VIA DÈ TORNABUONI AND VIA DELLA VIGNA NUOVA
Shopping gehen in der Via de’ Tornabuoni bedeutet, in eine subtile Atmosphäre einzutauchen, in der der elegante und harmonische Stil der berühmtesten Marken mit jenem der historischen Gebäude verschmilzt, die den Rahmen für die anspruchsvollsten Modehäuser und Showrooms bilden. Die Via de’ Tornabuoni, die als gute Stube der toskanischen Hauptstadt angesehene Straße, wurde nach der herrschaftlichen Familie de’ Tornabuoni benannt und trug in den vergangenen Jahrhunderten verschiedene Namen wie Via Larga dei Legnaioli und Via delli Belli Sporti.


Heute werden die „belli sporti“ (die schönen Mauervorsprünge) der Via Tornabuoni von all den Modeboutiquen gebildet, die die renommierte Straße buchstäblich übersäen und die das unbezweifelte Symbol von gutem Geschmack und der Garantie hoher Qualität darstellen. Der chicste Spaziergang von Florenz beginnt an der Piazza Santa Trinità, für die die Justizsäule charakteristisch ist, welche von den Thermen des Caracolla herrührt und 1560 von Papst Pius IV. dem Herzog Cosimo I. de’ Medici geschenkt wurde. Diese fügt sich ein zwischen die buontalentische Fassade der Basilika Santissima Trinità,, bekannt wegen der Fresken von Ghirlandaio mit den Geschichten des heiligen Franziskus im Inneren der Cappella Sassetti, und den Palazzo Spini Feroni. Im Erdgeschoss des strengen Gebäudes aus dem 14. Jahrhundert öffnen sich die Schaufenster eines weltberühmten Künstlers Salvatore Ferragamo, der hier das anspruchsvolle Schuhmuseum eingerichtet hat.

Nach Überquerung des Platzes kann man rechts, an der Ecke der Via delle Terme den Palazzo Bartolini Salimbeni (1520-1523) bewundern, der einen gewissen Klassizismus römischer Herkunft spüren lässt. Wenn man links weitergeht, trifft man weitere Paläste an der Straße, wie zum Beispiel den Palazzo Strozzi del Poeta, in Auftrag gegeben von Giovanbattista Strozzi, dem Literaten und Mäzen einer Gruppe von Literaten, und den Palazzo della Commenda di Castiglione aus dem 16. Jahrhundert, der oben über seinem Portal eine schöne Büste von Francesco I. de’ Medici trägt, aus der Schule von Giambologna. Vorn erhebt sich eines der schönsten Beispiele der bürgerlichen Renaissancearchitektur in Florenz und der Welt, der Palazzo Strozzi, dessen Entwurf zunächst Benedetto da Maiano anvertraut wurde, dann von Giuliano da Sangallo weiter geführt und von Simone del Pollaiuolo, genannt il Cronaca, fertiggestellt wurde. An den Ecken des Gebäudes sind Fackelhalter und Laternen aus Schmiedeeisen von Caparra eingefügt. Man überquert nun die Kreuzung mit der Via Strozzi und nach wie vor verschönern bedeutende Paläste die Straße im Wechsel mit zahlreichen Modeboutiquen.

Rechts der Palazzo Corsi und noch an der Ecke der Via Teatina die Loggetta dei Tornaquinci aus dem siebzehnten Jahrkundert, deren Struktur römische Einflüsse verrät. Links der Palazzo Viviani della Robbia (1693-1696), das einzige vom Bildhauer Giovan Battista Foggini entworfene Gebäude. In seinem Inneren befindet sich Parenti, ein Geschäft mit Silberwaren und Geschenkartikeln, das seit 1855 das Königshaus von Italien beliefert hat. Die herrliche Ausstattung nach englischem Geschmack ist die originale von 1917. An dieser Stelle verbreitert sich die Straße und mündet in die kleine Piazza Antinori, an der sich zwei großartige Gebäude gegenüberstehen: Der Palazzo Antinori- (1461-1470), in dessen Innerem sich die typische Cantinetta befindet, wo man raffinierte Speisen und Weine probieren kann - und die Kirche San Gaetano, aus dem siebzehnten Jahrhundert, eines der wenigen Beispiele des florentinischen Barock. Längs der Via Tornabuoni, begegnen sich kostbare Boutiquen von Stylisten wie jene von Armani, Trussardi, Versace, Cavalli, die Schuhe von Tanino Crisci und Ferragamo, und außerdem der Schmuck von Tiffany, Bulgari, Gucci, Cartier und Casa Damiani.
Eine weitere Einkaufsstraße für Luxusartikel ist die Via della Vigna Nuova, die bei der Via de’ Tornabuoni, genüber dem Palazzo Strozzi, beginnt und an der Piazza Goldoni endet. Dieses Gebiet war einmal mit Gärten und Weinbergen rund um das Kloster von San Pancrazio überzogen. Die Straße heißt „della vigna nuova“, um sie von jener „vecchia“ der Mönche der Florentiner Abtei zu unterscheiden. Die Familie Rucellai, absolute Herren der Umgebung, besaß hier ihren Familien- Palazzo, entworfen von Leon Battista Alberti, der vielleicht auch der Schöpfer der eleganten Loggia Rucellai war, gelegen in der Erweiterung gegenüber und die von der adligen Familie für private Feste und Feiern genutzt wurde. Am Endstück der Straße, zum Arno hin, stehen sich zwei weitere Paläste gegenüber, jener der Temperani und jener der Berardi. Die Via della Vigna Nuova kann man als ein Anhängsel der Via de’ Tornabuoni ansehen, denn sie ist in den letzten Jahren die Straße der Modestylisten geworden. Zahlreich sind die Verkaufsstellen von Marken wie Lacoste, Lord Brummel, Pucci, La Perla, Chopard,.Mario Buccellato, Mont Blanc, Dolce e Gabbana, Gherardini, Borsalino.

